Clantreffen – artgerechte Treffen für Eltern und Kinder

Clantreffen artgerecht

Wenn ich auf Instagram oder Facebook meine Fotos und Erlebnisse vom Clantreffen geteilt haben, kamen oft begeisterte Rückmeldungen. Daher schreibe ich Euch heute auf, wie und warum wir das machen.

In unserem Teil der Welt leben viele Familien recht eigenständig. Das hat sicher Vorteile: Wir genießen Privatsphäre, verhältnismäßig viel Platz, haben eine hohe Entscheidungsfreiheit über unseren Wohnbereich, den wir nur mit wenigen Familienmitgliedern teilen müssen. Andererseits entstehen daraus aber auch Nachteile im Vergleich zu Menschen, die etwa in Clans leben.

Es braucht ein Dorf, um ein Kind aufzuziehen

So lautet ein nigerianisches Sprichwort. Dieses Dorf ist das, was auch Autoren wie Nicola Schmidt als artgerecht bezeichnen. Sie schrieb zu dem Thema großartige Bücher über Babys und Kleinkinder. Doch warum ist das nötig?

In unserem Alltag bleiben die Kleinsten mit Mama oder Papa zuhause, danach gehen sie in den Kindergarten und später in die Schule. Nachmittags treffen sie sich ab und zu mit anderen Kindern. Vielleicht kommen einmal die Woche Oma und Opa vorbei, an Geburtstagen noch Tanten und Onkel mit ihren Kindern. Sicher gibt es Familien, in denen regelmäßigere Treffen mit der Familie stattfinden, doch meiner Erfahrung nach sieht es bei vielen so aus.

Clantreffen Gartenarbeit

Was fehlt?

Das was bei dieser Art zu leben fehlt ist vielfältig. Jede*r von Euch hat da sicher eigene Erfahrungswerte. In jedem Fall fehlen Kindern jedoch unterschiedliche erwachsene Ansprechpartner, die sie wirklich kennen und die sie über einen langen Zeitraum ihrer Kindheit begleiten, und zwar regelmäßig und kontinuierlich. Die Kinder wachsen so nicht nur mit dem „Erziehungsstil“ und den Ansichten, auch den Fähigkeiten und Fertigkeiten der eigenen Eltern auf. Sie lernen verschiedene Bezugspersonen kennen, können sich an sie wenden, etwa wenn Mama und Papa gerade nicht die passenden Gesprächspartner sind. Auch eine bestimmte Gruppe von Kindern, mit denen sie sich immer wieder sozial auseinander setzen, tut ihnen sicher gut.

Vorteile für die Eltern

Die Vorteile für uns Eltern sind vor Allem Unterstützung und Austausch. Und das reichlich! Und das ist es doch, was uns im realen Leben oft fehlt! Austausch findet oft über soziale Medien statt, etwa in Facebook-Gruppen. Aber vielen von uns fehlen Gleichgesinnte, mit denen sie sich regelmäßig über den familiären Alltag unterhalten können. Das sind schon Kleinigkeiten, wie:

  • „Tom will die ganze nacht stillen, und dann schläft er dabei ein. War das bei euch auch so?“
  • „Ella vergisst dauernd ihre Hausaufgaben. Habt ihr eine Idee, wie ich ihr helfen kann?“
  • „Was gebt ihr den Kindern zum Frühstück mit?“
  • „Kennt eine*r von euch Babygebärden?“
  • „Mögen eure Kinder auch nur Nudeln ohne Soße? Ist das okay so?“
  • „Schlafen eure Kids auch nachts bei euch?“
  • „Mika fängst grad an, zu laufen. Muss ich ihm schon Schuhe kaufen?“
  • „Oh man, Lukas ist grad so sauer wegen Kleinigkeiten! Ich hab da manchmal keine Geduld für!“
  • „Helfen eure Kinder eigentlich im Haushalt mit?“
  • „Gut zu hören, dass das bei euch genauso ist.“

Dazu kommt die praktische Hilfe bei Alltagsdingen wie Putzen (hilfreich ist hier der Putzplan), Gartenarbeit etc. Mit 4-5 Helfern schafft man einfach 4-5 Mal so viel wie allein, und das macht sich doch sehr bemerkbar. Zumal man, wenn man allein zuhause ist, immer Kinder hat, um die man sich „nebenbei“ kümmern muss. Wenn wir uns treffen, kümmert sich manchmal eine um die Kinder, der Rest macht Hausarbeit oder dergleichen. Noch viel häufiger ist es aber, dass die Kinder sich miteinander beschäftigen und uns kaum brauchen!

Wie funktioniert das konkret?

Wir sind vier, demnächst 5 Mamas mit Kindern im Alter von „ungeboren“ bis 10 Jahren und treffen uns einmal die Woche um 15-18:00, immer im Wechsel bei einer von uns zuhause. Jede bringt eine Kleinigkeit zu Essen mit, einfach etwas, was sie gerade da hat. Es soll keine zusätzliche Arbeit entstehen, weder für die „Besucherinnen“, noch für die „Gastgeberin“. Bei uns gibt es sehr oft Miniwindbeutel (TK), Kekse, Nüsse, Obst, Joghurt, oder übrig gebliebenen Kuchen. Dann essen, trinken und schnacken wir ein Stündchen ganz gemütlich. Und danach geht’s an die Arbeit. Mögliche Aufgaben sind folgende:

  • Fenster putzen
  • Unkraut zupfen
  • sonstige Gartenarbeit
  • Keller aufräumen
  • Kinderkleidung für den Flohmarkt sortieren
  • Kindergeburtstag vorbereiten
  • Küchenschubladen aufräumen und säubern
  • Staub saugen und wischen
  • Kleidung flicken
  • neues Regal aufbauen
  • Bilder aufhängen
  • Fußleisten und Heizungen entstauben

…Euch fällt bestimmt noch mehr ein und meist entsteht das auch spontan. Man weiß ja vorher, wann man dran ist und dann kann man schon mal überlegen.

Ich kann es Euch so sehr empfehlen! Es gibt einfach keine Nachteile, nur vielfältige Vorteile für alle Beteiligten! Es ist nützlich und macht so sehr Spaß!

Wie findet Ihr Euch?

Bei uns hat sich das so ergeben, wir wohnen in einem kleinen Dorf und mögen uns gern. Wenn Ihr dieses Glück nicht habt, könntet Ihr vielleicht eine Anzeige in der regionalen (Gemeinde-)Zeitung schalten oder in Facebook-Gruppen (Einfach Eltern, Städte-Gruppen…) schreiben. Online habe ich nur eine Seite gefunden, auf der man sich eintragen kann, die scheint aber nicht aktiv zu sein. Ansonsten könnt Ihr gern unter diesem Beitrag einen Kommentar mit Email-Adresse und den ersten drei Stellen Eurer PLZ dalassen. So könntet Ihr Euch über die Kommentare finden.

Clantreffen Küche putzen

Clantreffen – auch für Euch?

Wie findet Ihr die Idee? Würdet Ihr sie gern umsetzen? Schreibt mir gern in die Kommentare, auch wenn Ihr noch weitere Anregungen habt, beispielsweise für Aufgaben, die man gemeinsam erledigen kann.

Clantreffen Picknick im Garten

Abonniert doch einfach meinen Blog und folgt mir auf Facebook und Instagram, dann verpasst Ihr keine neuen Artikel!

Der Artikel enthält Affiliate Links, die Euch zu Amazon weiterleiten. Wenn Ihr dort eines der verlinkten Produkte kauft, bekomme ich einen kleinen Obolus für unsere Urlaubskasse. Euch entstehen keinerlei Nachteile.

4 Kommentare

  1. Sophie says:

    Hallo Annika, schöner Bericht. Ich habe seit einiger Zeit ein Mütterteam, wir sind zwar nur zu zweit, aber die Bereicherung ist trotzdem enorm. Auf meinem Blog habe ich darüber berichtet und dort auch einige Seiten aufgelistet, wie man Team-Mitglieder finden kann. Zum Beispiel gibt es auch eine Landkarte auf meinem Blog zur Vernetzung. Ich verlinke einfach mal: https://www.muetterimpulse.de/muetterteam-gruenden-clan-zeit-fuer-dich/

    Alles Gute für euch! LG Sophie

  2. Deike says:

    Liebe Annika, vielen dank für diese schöne „Anleitung zum Clanleben“ – ein Mutmacher, es einfach mal auszuprobieren!
    Auf nebenan.de kann man sich übrigens mit seinen Nachbarn verbinden, um sich gegenseitig nachbarschaftliche Hilfe zu geben. Auch ein schönes Konzept.

Schreibe einen Kommentar