Babygebärden-Tagebuch Teil 2, Monate 11-12

Seit unser jüngerer Sohn acht Monate alt ist, machen wir mit ihm Babygebärden. Den ersten Teil des Tagebuchs hatte ich vor einer Weile geschrieben, nun folgt mein zweiter Teil, in dem ich Euch berichten möchte, was sich inzwischen getan hat. Seinen allgemeinen Spracherwerb beschreibe ich ebenso, denn das ist ja nicht zu trennen von den Gebärden. Babygebärden Lampe an

11 Monate alt

Der Babyjunge kommuniziert weiterhin sehr stark auf seine Weise: Alles was (Kuschel-)Tier oder ähnlich ist, ist „(mi)auuuuuu!“. Klar, wir haben ja auch einen Kater, der eifrig bekuschelt wird. Babys bilden kurz vorm ersten Geburtstag grobe Kategorien, die sie nach und nach stärker differenzieren. Das kann man hier gerade toll beobachten.Jako-o Krümel kuschelnAuch andere Geräusche die ähnlich einem Quietschen sind, ahmt der Babyjunge gerne nach. Der Esel und die Scheibenwischer machen etwas, was so wie „hiiii-aaaah“ klingt, der Lauflernwagen quietscht „auuuuu“.

Wenn ich ihn mithilfe der Gebärde frage, ob er etwas nochmal machen möchte, wippt er mit dem ganzen Körper und macht ungeduldige, aufmunternde Geräusche. Kommunikativ ist er also durchaus. Nur gebärden tut er nicht. Davon lasse ich mich jedoch nicht entmutigen, denn ich sehe, dass es ihm Spaß macht und er mich offensichtlich besser versteht, wenn ich mich ihm bewusst zuwende, mit ihm spreche und das Gesprochene gleichzeitig mit einer Gebärde verstärke.

Kurz vor seinem ersten Geburtstag sehen wir aus dem Küchenfenster einen Vogel vorbei fliegen. Ich sage: „Da war ein Vogel! Hast du den Vogel gesehen?“ und er wackelt aufgeregt mit den Armen. War das nun eine Gebärde? Ich bin unsicher, obwohl er das kurz darauf erneut tut. Hat ihn ausgerechnet der Vogel so sehr beeindruckt? Mit den Armen wackelt er ja öfter mal, es kann also Zufall gewesen sein.erster Geburtstag

12 Monate alt

Er zeigt immer mehr, dass er uns versteht. Wenn ich frage, was er im Mund hat, nimmt er es heraus. Frage ich, wo seine Zunge ist, zeigt er sie mir. Frage ich, wo der Kater ist, sieht er sich um und macht „mauuuuuu“. Teilweise fing das sicher schon letzten Monat an, den genauen Start weiß ich nicht mehr. Sprechen tut er, außer „da, da, da“ wenn er etwas zeigt, was er haben möchte oder „nei-nei-nei“ wenn er maulig und müde ist, noch gar nicht. Da war sein großer Bruder weiter.Baby isst Mehl

Kurz nach seinem ersten Geburtstag waren der Babyjunge und ich bei zwei Babygebärden-Kurs-Treffen für angehende babySignal-Kursleiterinnen, die das, was sie gelernt hatten, mit uns ausprobieren durften. Ich muss gestehen, dass ich mich vorher gefragt habe, ob mir ein solcher Kurs etwas bringen würde, da ich das Buch babySignal – Mit den Händen sprechen* ja schon eine Weile habe und mir somit die Gebärden selbst aneignen kann. Doch ich habe unheimlich viel Spaß gehabt und habe viel mitgenommen. Gebärden spielerisch und aus Quatsch einzusetzen kann man im Kurs einfach wesentlich besser lernen. Außerdem konnte ich noch Fragen loswerden.

Wir haben unterschiedliche Spiele und Lieder gelernt. Dazu auch immer die spontane Verwendung von bestimmten Gebärden, bei denen ich dachte: „Ach stimmt, hier passt das ja auch!“. Es war eine total ungezwungene Atmosphäre und unheimlich nett. Die Kinder waren so gebannt und haben wahnsinnig gestaunt, was die angehenden Kursleiterinnen und Wiebke Gericke machen.BabySignal BabygebärdenBeim zweiten Treffen war der kleine Mann gut ausgeschlafen und von Anfang an unglaublich aufmerksam. Er hat die angehenden Kursleiterinnen beinahe mit seinen Blicken verschlungen.

Wiebke hat ihm dann ein Bilderbuch mit Tieren gezeigt und die Gebärden „Katze“ und „Hase“ dazu gemacht. Dann kam das Bild von einem Tiger. Der Babyjunge hob die Hand, fummelte an seinem Ohr und machte sein „mauuuuu“. Das war das erste Mal, dass ich mir sicher war, eine Gebärde von ihm gesehen zu haben. Und auch Wiebke sagte gleich erfreut: „Das war der Hase!“ Ich war der Meinung, er hat die Katze gebärden wollen. Tja, man ist sich am Anfang einfach nicht sicher – so wie bei den ersten Worten.

Am Tag drauf hat er gleich wieder den Hasen gebärdet. Wir haben einen gebastelten Osterhasen in der Küche hängen. Er findet den unheimlich toll, wie alles, was irgendwo herunter baumelt. Ganz oft, wenn wir dort vorbei gehen, habe ich ihm gesagt: „Da ist der Hase“ und habe die Gebärde gezeigt. An diesem Tag saß er gerade in seinem Stuhl, als er den Hasen entdeckte. Ich habe wie immer reagiert und diesmal hob er sein kleines speckiges Händchen an die Seite seines Kopfes und wackelte mit den Fingern. Das war so toll! Er hatte also auch etwas aus dem Kurs mitgenommen.Osterhase bastelnAls wir dann neulich einen Zug vorbei fahren sahen, machte der kleine Sohn eine ausschweifende Bewegung mit seinem Arm. Der Zug war weg. Auch hier bin ich unsicher, ob es die Gebärde oder ein Zufall war. Es wird zunehmend spannend…

Gebärden, die wir ständig nutzen

Es gibt natürlich Gebärden, die wir besonders häufig nutzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche zeigen einfach Alltagsdinge, wie „hallo“ und „tschüss“ oder „warte“. Mit anderen kann ich den Babyjungen auf etwas aufmerksam machen. „Horch mal, hörst du das?“ frage ich sehr oft, weil der Babyjunge viele Geräusche wahrnimmt und sie oft auch nachzumachen versucht. So kann ich seine Aufmerksamkeit noch stärker darauf lenken und vielleicht ergänzend sagen: „Das war ein Vogel, der hat piep, piep gemacht.“ Oder „Das war ein Rettungswagen, der macht tatütata.“

Kater und BabyTiergebärden werden gerade noch interessanter. Wie schon im letzten Tagebucheintrag beschrieben, habe ich ein Tierbuch mit Zeichnungen von Gebärden beklebt, damit ich mich besser an sie erinnere. Aktuell sind die Spielzeug-Tiere sehr interessant, besonders da ich durch den babySignal-Kurs das Quatschmachen für mich entdeckt habe. Der Sohn findet es zum Kichern, wenn ich ihm die Spielzeug-Kuh zeige und die passende Gebärde ganz übertrieben mache, dabei laut muhend auf ihn zukomme und ihn mit den „Hörnern“ pieke. Wenn ich frage, wo die Katze ist, macht er sein „auuuuu“ und hebt sie hoch. Schleich Tiere

Wenn der große Bruder weint, guckt der Babyjunge ganz betroffen und macht ein jammerndes Geräusch. Ich kann ihm mithilfe der Babygebärden erklären: „Er weint, er ist traurig /sauer…“ und so die Gefühle verbalisieren. Früher oder später wird ihm das sicher helfen, die Situation zu begreifen und vielleicht auch, seine eigenen Gefühle besser zu verstehen.

Täglich nutze ich Gebärden, in denen ich meinen Sohn auf etwas vorbereite, beispielsweise wenn ich sage, dass es Essen gibt, ich ihn nun wickeln möchte oder die gefürchtete Küchenmaschine an machen werde. Wenn ich ihm, durch die entsprechende Gebärde unterstützt sage, dass etwas weg oder alle ist, begreift er es schneller, als wenn ich die Gebärde weg lasse! 

 

Das sind unsere bisherigen Erfahrungen mit Babygebärden. Weitere Tagebuchteile folgen nach und nach. Den ersten Teil des Tagebuchs könnt Ihr bereits lesen.

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Habt Ihr auch Erfahrungen mit Babygebärden gemacht? Dann schreibt mir doch! Ich freue mich auf Eure Kommentare.

 

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